Kopfcollage InfaqtINFAQT

Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH

10.09.2010 - 02:37 Uhr
Suchen
Newsletter

Newsletter
Aktuelles aus unserem Firmen-Portfolio

Newsletter abonnieren

Anreise zu uns

[www.bahn.de Anreisebutton]

Nutzen Sie den Routenplaner der Deutschen Bahn mit öffentlichen Verkehrsmittel oder dem Auto.

Buchtipp

Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

Cover Bichtipp Hausgemeinschaften Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl

Bei Amazon bestellen

Sie sind hier: Startseite - Pressebereich - Jahresbericht 2006

 

18.06.2007

Jahresbericht 2006

Arbeitsschwerpunkte des Instituts im Jahr 2006

Jahresbericht 2006


Das Geschäftsjahr 2006 war für das Institut für Altenwohnbau und seine Kooperationspartner wirtschaftlich und auch fachlich erfolgreich. Sowohl der Umfang der abgerufenen Beratungsleistungen als auch die Anzahl der Projekte haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen.

Inhaltliche Schwerpunkte waren – entgegen der Annahme und Planung aus 2005 – die Durchführung von sogenannten Gutachterverfahren zur Entwicklung neuer Wohnprojekte, die Beratung von Trägern im Hinblick auf eine Weiterentwicklung der fachlichen Konzeption sowie die Erstellung von Expertisen für Einrichtungen, Verbände und Träger, deren Leistungsangebote wirtschaftlich bzw. fachlich neu geordnet und zukunftsorientiert gestaltet werden sollten.
 
Ein weiterer Schwerpunkt war die wirtschaftliche Beratung von Trägern bis hin zur Vorbereitung und Durchführung von Pflegesatzverhandlungen in Zusammenarbeit mit Guido Dähler, Hamburg, einem festen Kooperationspartner des INFAQT.
In enger Zusammenarbeit wurden sehr flexible Instrumente (auf Excelbasis) zur Verbesserung des internen Controllings (die PLANTOOLS) erarbeitet und weiterentwickelt.

Neben diesen Einzelprojekten wurde das Projekt: „Entwicklung einer Arbeitshilfe für Kommunen zur Erfassung und Darstellung der Leistungen und Merkmale von Altenhilfeeinrichtungen“, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wurde in 2006 abgeschlossen.
Derzeit nutzen die Stadt Leipzig, der Landkreis Schmalkalden und der Landkreis Diepholz (Start diesen Monat) das Redaktionssystem zur Erfassung und Darstellung der Altenhilfeangebote auf regionaler Ebene. Darüber hinaus sind weitere Landkreise an einer Nutzung interessiert, sofern sich das Bundesministerium bei der inhaltlichen Weiterentwicklung und Begleitung weiterhin engagiert. Die Gespräche über eine weitere Begleitung des Systems www.pflege-regional.de sind z.Zt. noch nicht abgeschlossen.
Informationen zum Projekt sind über www.pflege-regional.de abrufbar.

Hinter den Erwartungen blieb allerdings die Entwicklung der sogenannten Wohnhäuser für Pflegebedürftige im ländlichen Raum zurück. Dies wird u.a. darauf zurückgeführt, das die potenziellen Betreiber, nämlich die ambulanten Dienste Vorort, die als Dienstleister in diesen Pflegewohnhäusern eingesetzt werden sollen, nicht über das nötige Kapital für die Finanzierung einer solchen Investitionsmaßname verfügen. Sie können häufig nicht selbst als Investor auftreten.

Darüber hinaus ist für „traditionelle“ Investoren und auch die finanzierenden Banken eine Einrichtung dieser Größenordnung auf den ersten Blick wirtschaftlich uninteressant, da sie eine zu geringe Rendite bei zu hohem Risiko vermuten.
Ein weiteres Problem scheint es zumindest für manche Bauherren auch zu sein, die Pflegewohnhäuser in Systembauweise zu erstellen. Es gibt deutliche Vorbehalte in Deutschland Pflegeheime oder auch Wohnanlagen in Systembauweise zu errichten.
Die potenziellen Träger solcher Wohnhäuser bzw. auch die Kommunen, in denen solche Projekte geplant werden, bevorzugen überwiegend eine konventionelle Bauweise.
Eine Begründung hierfür ist, das örtliche Firmen von einer solchen Bauweise im Regelfall deutlich mehr profitieren als wenn ein „ferner“ Systembauer die Einrichtung Vorort erstellt. Im Gegensatz hierzu spielen die objektiven Vorteile der Systembauweise, beispielsweise die höheren Qualität und die deutlich verkürzten Bauzeit gegenüber konventioneller Bauweise, nur eine untergeordnete Rolle.

Diese Erfahrungen hat das Institut für Altenwohnbau aufgegriffen und den Wohntyp in Hinblick auf mehr Flexibilität in der Bauweise weiterentwickelt. So ist die Schaffung eines Wohnhauses nicht mehr davon abhängig, ob der Träger der Maßnahme ein Systemhaus, einen Umbau oder auch einen Neubau wählt.
In einem weiteren Schritt wurde das bisher für 12 bzw. 24 Plätze konzipierte Wohnhaus für Pflegebedürftige in Bezug auf die Wohnqualität der Mieter bzw. Bewohner deutlich weiterentwickelt. Das heißt, dass den zukünftigen Mietern nicht nur kleine Pflegeappartements angeboten werden, sondern dass in diesem Wohnhaus kleine Wohnungen angeboten werden und der Betrieb nunmehr schwerpunktmäßig über einen ambulanten Dienstleister in Form eines hochwertigen Service Wohnens realisiert wird. Durch eine zweigeschossige Bauweise wird auch das Verhältnis von Grundstück zur vermietbaren Fläche deutlich verbessert.

Insgesamt erfreulich ist die Tatsache, dass die sogenannten Hausgemeinschaften bzw. die ambulant betreuten Wohngemeinschaften bzw. das Prinzip der Hausgemeinschaft intensiv Einzug in die deutsche Pflegelandschaft gefunden haben. Es gibt kaum noch eine Konzeption neueren Datums, die sich nicht auf dieses Konzept bezieht.
Allerdings ist häufig anzutreffen, dass die Idee der Hausgemeinschaft zwar angestrebt wird, aber die Umsetzung in die Praxis unvollständig oder sogar kontraproduktiv verläuft.
So möchten viele Betreiber eine Hausgemeinschaft oder Wohngemeinschaft für dementiell Erkrankte anbieten, aber nur wenige sind tatsächlich fachlich und konzeptionell dazu in der Lage. Dies führte auch im vergangenen Jahr zu Beratungsanfragen, mit dem Ziel u.U. „fehlgesteuerte“ Projekte wieder auf die Spur zu bringen.
Die häufigsten Fehler sind das Unterschätzen der erforderlichen personalorganisatorischen Veränderungen (gegenüber einer traditionellen Pflegeeinrichtung) und eine mangelnde oder auch überscharfe Abgrenzung zwischen Pflege und Alltagsbegleitung.
Vielfach konnten die Schwierigkeiten mit Hilfe der Beratungsangebote des Institut für Altenwohnbau ausgeglichen und aufgehoben werden, so dass die Einrichtungen in die Lage versetzt wurden, sich dem Konzept der Hausgemeinschaft tatsächlich anzunähern.

Es ist immer wieder festzustellen, dass die Geschäftsführungen unterschätzen wie intensiv die Mitarbeiter in einem solchem Konzept auf ihre Aufgabe vorbereitet werden müssen, da diese vielfach immer wieder in ihre angestammten Rollen und Arbeitsweisen zurückfallen. Dies gilt insbesondere für die pflegerischen Mitarbeiter, aber auch für die Mitarbeiter in der Hauswirtschaft. Es ist eben nicht damit getan Hauswirtschaftskräfte in den Bereich der Betreuung und Hauswirtschaft – sprich Alltagsbegleitung – einzusetzen, es muss ihnen auch eine umsetzbare, transparente Aufgabenbeschreibung an die Hand gegeben werden.

Neu im Leistungsangebot des Instituts für Altenwohnbau ist die fachliche Begleitung des Managements im Sinne eines persönlichen „Back Office“. Bei dieser Form der begleitenden Beratung wird die Leitung oder die Geschäftsführung einer Einrichtung über einen begrenzten Zeitraum im sogenannten Alltagsgeschäft bzw. bei bestimmten Aufgabenstellungen unterstützt, zum Beispiel bei der Erstellung von Konzepten (unter Zeitdruck)  oder auch bei Personalentscheidungen und den hierfür erforderlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern unmittelbar Vorort.
Dies empfiehlt sich insbesondere bei einem Träger- bzw. Leitungswechsel bzw. bei der  Übernahme einer Pflegeeinrichtung oder bei der Inbetriebnahme von neuen Pflegezentren. In diesem Zusammenhang werden vom Institut sowohl Befragungen der Bewohner und Angehörigen als auch der Mitarbeiter vorgenommen.

Es zeigte sich bei den Erhebungen, dass die Träger und Heimleitungen oft unterschätzen, dass sich die Angehörigen ein sehr genaues Bild über die Abläufe und auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen Wohnbereiche, respektive der Kompetenzen der Mitarbeiter, machen und dass die Angehörigen zunehmend Einfluss auf die Abläufe in solchen Einrichtungen gewinnen wollen.
Werden diese Bedürfnisse nicht ernst genommen, beispielsweise durch ein zuverlässiges Beschwerdemanagement, kann dies zu Spannungen und Problemen zwischen Angehörigen und den Mitarbeitern führen, die die tägliche Pflege erheblich belasten können. Ganz abgesehen von dem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Problem neue Kunden zu gewinnen.

Das Institut für Altenwohnbau war auch durch Referate und schriftliche Beiträge in Fachzeitungen 2006 in der Fachöffentlichkeit präsent, beispielsweise bei den Heimleiterjahresgesprächen des Vincentz Verlags, der Verleihung des Altenhilfepreises des DRK im Rahmen der Altenpflegemesse in Nürnberg oder in Fachbeiträgen in „Heim und Pflege“ und in „Care konkret“.

Zum Abschluss der Sitzung wurde über die möglichen Optionen einer Reform der Pflegeversicherung besprochen. Hier erwarten die Kooperationspartner, dass in diesem Jahr noch keine Entscheidungen getroffen werden.
Insbesondere vor dem Hintergrund der sich verbessernden Arbeitsmarktdaten in Deutschland – Schaffung von allein 700.000 zusätzlichen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zum Jahr 2006 – scheint der Druck insbesondere in der Finanzierung etwas herausgenommen zu sein, gleichwohl die vielen fachlichen Fragen und Veränderungsnotwendigkeiten am SGB XI (beispielsweise der Pflegebedürftigkeitsbegriff, die Leistungshöhe ambulant und vollstationär) in jedem Fall zur Diskussion stehen und einer Neuordnung bedürfen. Es ist allerdings festzustellen, dass die Debatte über die Finanzierung der Pflegeversicherung die notwendige inhaltliche Neuordnung eindeutig überlagert.
Zumindest scheint aber der Wegfall der Pflegestufe I vom Tisch zu sein, ebenso wie die drastische Absenkung der Leistungen in der vollstationären Pflege (Stichwort: Harmonisierung).
Aber die Optionen für eine eigenständige Finanzierung der Tagespflege und die Rehabilitation für vollstationär Pflegebedürftige sind, wenn überhaupt diskutiert, nur vage erkennbar.

Das Institut für Altenwohnbau wird im Rahmen seiner (sehr begrenzten)  Möglichkeiten die fachlichen Diskussionen begleiten. Dies gilt insbesondere auch für die immer noch in den verschiedenen Stellungnahmen aufgeworfenen Forderungen nach einem transparenten und nachvollziehbaren Personalbemessungssystem.
Hier bleibt festzustellen, dass es bisher nicht gelungen ist, ein qualifiziertes und besseres Instrument als das Verfahren „Plaisir“ in Deutschland zu entwickeln.
Viele Diskussionen wurden hierzu in der Vergangenheit geführt; sehr teure Projekte, beispielsweise das der Referenzeinrichtungen in NRW sind quasi Fehlschläge im Hinblick auf eine Einigung der Leistungsträger und Leistungserbringer im großen Stil.
So bleibt die Forderung nach wie vor bestehen, ein Pflegezeit- und Personalbedarfsinstrument in Deutschland einzuführen, damit die Einrichtungen und Leistungsträger in der Lage sind, die wirtschaftlichen Einrichtungen von den unwirtschaftlichen zu unterscheiden.
Dies ist nur mit einem hochtransparenten und empirisch gesicherten Verfahren wie PLAISIR möglich. Die anderen, häufig von der Pflegewissenschaft geforderten Verfahren, sind überwiegend unausgereift, nicht praktikabel und treffen auch nicht den Kern des Problems, nämlich das Leistungsträger und Leistungserbringer verbindliche und gemeinsame Standards abstimmen müssen.
Die Reform der Pflegeversicherung könnte in Hinblick auf eine Vereinbarung zur Personalbemessung, vielleicht letztmalig, eine Chance bieten. Aber es ist anzunehmen, dass die Vertreter der Leistungsträger kein echtes Interesse daran haben, den Einrichtungen ein Instrument an die Hand zu geben, mit denen auch sie ihre Forderungen nachdrücklich Ausdruck verleihen könnten.

Insgesamt verspricht das Jahr 2007, wie auch 2006, sehr spannend zu werden.

Wir wünschen Ihnen allen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007!

Solingen, Juni 2006


Rolf Gennrich
Geschäftsführung

 

Druckversion Druckversion

zurück zu Pressebereich

 

 

Seite empfehlen Seite empfehlen

nach oben nach oben

Plan Haus und Garten

RSS Feed - © 2003 - 2010 INFAQT - Impressum