INFAQT
Institut für Altenwohnbau und
Qualitätsmanagement GmbH
Lebenswelt für demenzkranke Menschen : Modellprojekt heimverbundene Hausgemeinschaft Wetter

von Margret Müller und Norbert Seidl
19.11.2004
Es wurde sehr still um PLAISIR als die Gespräche der dgep (siehe Bericht auf dieser Seite) mit dem Entwickler in Kanada gescheitert waren. Bis auf einige Artikel, beispielsweise in "pflege intern", scheint auch das Interesse der Medien und der Selbstverwaltung verflogen zu sein. Fazit ist, das derzeit keine ernsthaften Bemühungen erkennbar sind, dass das Verfahren doch noch flächendeckend in Deutschland eingeführt werden kann. Nach Auskunft von EROS, Kanada, blieb deren Angebot für eine Neuaufnahme der Gespräche bislang unbeantwortet. Für das INFAQT, welches ja die Ergebnisse der Evaluationen durch die dgep für das Management nutzbar machen und den Transfer in die bestehenden QM Systeme leisten wollte, ein herber geschäftlicher Verlust.
Die Frustration der Einrichtungen die sich auf eine baldige Einführung des Verfahrens verlassen haben ist ebenfalls groß, haben diese doch mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand Pflegefachkräfte geschult und hierfür viel Geld ausgegeben. In den letzten Monaten wurde das INFAQT deshalb immer wieder gebeten nach einer Möglichkeit zu suchen, das Verfahren zumindest für einzelne Einrichtungen verfügbar zu machen. Solange allerdings noch eine geringe Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Gespräche bestand, hat sich die Geschäftsführung des INFAQT dazu entschieden nicht selbst inititativ zu werden, um dadurch vielleicht eine noch mögliche Einigung auf Bundesebene zu stören.
Da nunmehr von Bundesebene kein Interesse mehr an einer "großen" Lösung zu bestehen scheint und auch die ehemalige Supervisorin des PLAISIR Teams (Frau Mehr) aktiv Ihre Arbeitslosigkleit beenden wollte, sicherte sich das INFAQT gemeinsam mit Frau Mehr das Recht PLAISIR in Deutschland (auch unter einem eigenen Namen) anbieten zu dürfen. Frau Mehr wird nach Gründung ihrer freiberuflichen Existenz zum 1.Januar 2005, unterstützt durch unser Institut, PLAISIR in Deutschland anbieten.

Ein solches Angebot ist natürlich nicht vergleichbar mit dem bislang in Deutschland diskutierten Konzept. Frau Mehr wird die Evaluationen einrichtungsbezogen vor Ort selbst durchführen, so dass die Einrichtungen keine Schulungskosten aufbringen müssen, ausser sie planen gezielt den langfristigen Einsatz. In Deutschland schon ausgebildete Evaluatoren könne selbstverständlich zukünftig wieder Erhebungen in Abstimmung mit dem INFAQT und Frau Mehr vornehmen. Eine Erhebung durch Frau Mehr wird für ca. 40 Bewohner lediglich eine Woche in Anspruch nehmen und die Ergebnisse werden spätestens 2 Wochen nach der Erhebung vorliegen.
Ob das Verfahren unter diesen Vorzeichen in Deutschland eine Zukunft hat, wird von der Nachfrage der Träger und der Einrichtungsleitungen abhängig sein. Die Ergebnisse werden im Gegensatz zum bisherigen Konzept in erster Linie für die interne betriebliche Steuerung, das Qualitätsmanagement und Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfungen zu nutzen sein.
Darüber hinaus positiv: Sollte es doch noch eine große Lösung geben, so ist die Kompetenz von Fau Mehr als derzeit einzige deutsche Supervisorin - weltweit- für das Verfahren erhalten worden.
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